Bonn ist eine Stadt der Bildung. Wer hier nach einer weiterführenden Schule sucht, blickt auf eine beeindruckende Vielfalt: Gymnasien mit Tradition, moderne Gesamtschulen, spezialisierte Berufskollegs, um nur einige zu nennen. Eigentlich, so scheint es, ist für jedes Kind das passende Angebot in Reichweite. Doch was tun, wenn es nicht funktionieren will, wenn der Morgen nicht mit Neugier beginnt, sondern mit Bauchschmerzen?
Als vor einigen Jahren auch in NRW das Thema Inklusion und gemeinsames Lernen diskutiert und letztlich zumindest in Teilen umgesetzt wurde, entstand eine Art Grundsatzdebatte, die bis heute nicht abgeschlossen scheint. Ist unser Schulsystem nicht genau darauf ausgerichtet, Lernende nach ihren Potenzialen zu sortieren und so möglichst passgenau auf ihre berufliche Perspektive vorzubereiten? Was aber mit Schülerinnen und Schülern tun, die theoretisch in der Lage wären, gute schulische Leistungen zu erbringen, dies aber nicht schaffen? Solche, die ob äußerer Umstände oder psychischer Belastungen in eher regulären Systemen keinen Anschluss oder nicht ausreichende Unterstützung finden? Möchte man diese Schülerinnen und Schüler adäquat beschulen, entsteht automatisch ein höherer Bedarf an Betreuung und Unterstützung, die oft einfach nicht zur Verfügung steht.
Genau an dieser Schnittstelle setzt das Konzept der HEBO in Bad Godesberg an. In den zwei Häusern am Büchel und an der Rheinallee werden die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II betreut.

Das Ziel ist ambitioniert: Bestehende Herausforderungen müssen so weit gelöst werden, dass ein regulärer und möglichst guter Abschluss erreicht wird.
Das gelingt in einem Setting, welches Zeit für den Einzelnen lässt. Kleine Lerngruppen in einem gut überschaubaren Umfeld bilden die Basis. Doch der entscheidende Faktor ist das Team. Hier arbeiten Fachlehrer Hand in Hand mit Pädagogen, Psychologen und therapeutischen Systemen. Auch die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe ist ein wesentlicher Baustein, welche viele Schülerinnen und Schüler bei der Erreichung schulischer und sozialer Teilhabe unterstützt.
Ist die HEBO also eine Förderschule? Nein. Dieses Missverständnis gilt es auszuräumen: Die Schule funktioniert wie eine Gesamtschule. Die Schülerinnen und Schüler können alle regulären Abschlüsse erreichen – bis hin zum Abitur. Diese Abschlüsse sind vollumfänglich staatlich anerkannt und werden im Rahmen der Zentralprüfungen durch die Bezirksregierung Köln organisiert und unter staatlicher Aufsicht abgenommen.

Es gibt keinen „HEBO-Abschluss“, aber es gibt einen „HEBO-Weg“: Die intensive Betreuung ermöglicht es den Schülern, trotz ihrer persönlichen Päckchen ihr volles Potenzial abzurufen, ihre persönlichen Herausforderungen zu lösen und einen erfolgreichen Schulabschluss zu absolvieren.
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